Auf La Palma leben 2026 rund 84.000 Menschen – weniger als in einer mittelgroßen deutschen Stadt. Bei einer Inselfläche von 708 km² ergibt das eine Bevölkerungsdichte von 119 Einwohner pro Quadratkilometer. Die Verteilung ist höchst ungleich: 60% leben im Westen (Aridane-Tal) und in der Hauptstadt, der gesamte Norden hat ganze Gemeinden mit unter 1.000 Einwohnern.
Verteilung nach Gemeinden
- Los Llanos de Aridane: ca. 20.500 Einwohner (größte Stadt)
- Santa Cruz de La Palma (Hauptstadt): ca. 15.500
- Breña Alta: ca. 7.300
- El Paso: ca. 7.500
- Tazacorte: ca. 4.500
- Breña Baja: ca. 5.700
- Villa de Mazo: ca. 4.700
- Tijarafe: ca. 2.400
- Puntagorda: ca. 2.000
- Garafía: ca. 1.700 (am wenigsten)
- Barlovento: ca. 1.700
- Puntallana: ca. 2.500
- San Andrés y Sauces: ca. 4.300
- Fuencaliente: ca. 1.700
Alterung: La Palma ist alt
Das Durchschnittsalter auf La Palma liegt bei rund 47-48 Jahren – deutlich höher als der spanische Schnitt (44) oder gar Tenerifa-Süd (38). Tendenz: weiter steigend. Mehrere Faktoren kommen zusammen:
- Niedrige Geburtenrate (1,1 Kinder pro Frau, unter dem spanischen Schnitt)
- Starke Abwanderung der Jungen (siehe unten)
- Zuwanderung überwiegend von Rentnern aus Mittel-Europa
- Steigende Lebenserwartung (84 Jahre, einer der höchsten Werte Spaniens)
Abwanderung der Jungen
Die jungen Palmeros gehen weg – hauptsächlich nach Teneriffa, Festland-Spanien (Madrid, Barcelona) oder ins Ausland. Gründe:
- Bildung: Universität auf La Palma gibt es nicht. Für ein Studium müssen alle die Insel verlassen, viele kommen nicht zurück.
- Arbeitsplätze: Beschränkt auf Tourismus, Bananen, öffentlicher Dienst. Wer in IT, Industrie, Forschung will, geht weg.
- Wohnungsmarkt: trotz niedriger Preise im Vergleich, schwieriger Einstieg ohne Eigenkapital.
- Sozialleben: wenig Nachtleben, kleines Dating-Pool, abhängig von wenigen Auto-Strecken.
Auslandskolonien: Cuba, Venezuela und mehr
Historisch wanderten Tausende Palmeros nach Lateinamerika aus. Die größten Wellen:
- 16.-19. Jahrhundert: Auswanderung nach Cuba (Tabakanbau), Venezuela (Bananen), Argentinien
- 1950er-1980er: Wirtschaftsmigration nach Caracas, Havanna, Miami
- 2010er: Rückkehr vieler Cubanos und Venezolanos mit palmerischen Wurzeln nach Sturz der Wirtschaft
Auf der Insel gibt es deutlich mehr Familien mit kubanischen oder venezolanischen Bezugen, als sich auf den ersten Blick zeigt. In Restaurants und Cafés in Santa Cruz und Los Llanos arbeiten heute viele „palmero-cubanos“, deren Eltern in den 1960ern auswanderten.
Zuwanderung von Rentnern
Etwa 5.000-7.000 Auslander leben dauerhaft auf La Palma, davon ca. 2.500-3.500 Deutsche. Die meisten sind Rentner zwischen 60 und 80, die ihre Lebenshaltungskosten halbiert haben. Konzentration: Westküste (Tazacorte, Puerto Naos), Norden (Tijarafe, Puntagorda).
Trend bis 2040
Die spanische Statistikbehörde INE prognostiziert für La Palma bis 2040 einen weiteren Rückgang auf etwa 78.000 Einwohner bei gleichzeitig 50% über 60 Jährigen. Ohne Gegenstrategie steht die Insel vor einem demographischen Kipppunkt.
Versuche der Gegensteuerung: Digital-Nomad-Förderung, Steuervergünstigungen für Zuwanderer (Kanaren-Sondersteuersatz), bessere Ferndiagnose-Medizin via Telefonika. Wirksamkeit bislang begrenzt.
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