Mietwagen auf La Palma: Die 3 besten Anbieter & Praxis-Tipps

Wer La Palma ernsthaft entdecken will, braucht ein Auto. Das öffentliche Verkehrsnetz ist passabel, deckt aber nicht die meisten Wander-Startpunkte und Aussichts­punkte ab. Dieser Guide zeigt dir, wo du am besten mietest, worauf du bei den Verträgen achten solltest, wie der Verkehr auf der Insel ist – und welche Fallstricke dich sonst niemand warnt.

Wo mieten? Lokal vs. international

CICAR und AUTOS PATRONES – die lokalen Champions

CICAR (Cicar Canarias) und AUTOS PATRONES sind kanarische Firmen mit jahrzehntelanger Erfahrung auf den Inseln. Im Vergleich zu internationalen Anbietern haben sie drei Vorteile:

  • Voll-Kasko ohne Selbstbeteiligung im Grundpreis – bei Avis/Hertz kommt das meist nochmal 10–20 €/Tag on top
  • Tank voll → voll-Regel statt der hinterhältigen „voll → leer“, bei der du quasi das Benzin doppelt bezahlst
  • Zweitfahrer gratis (bei internationalen Anbietern oft 10 €/Tag extra)

Preislich starten CICAR und AUTOS PATRONES bei etwa 25–35 €/Tag für einen Kleinwagen (Opel Corsa, Peugeot 208, Fiat 500) in der Nebensaison, 35–55 €/Tag in der Hauptsaison.

Sixt, Hertz, Avis & Co.

Internationale Anbieter funktionieren reibungslos, haben den Vorteil vertrauter Prozesse. Aber: Lies die Versicherungs­bedingungen genau, Selbstbeteiligung liegt oft bei 600–1.200 €, und die Vollkasko-Upgrades sind teuer. Wenn du mit ADAC- oder MasterCard-Kaskoschutz kommst, kann das sinnvoll sein – prüfe vorher, ob die Versicherungsbedingungen wirklich Kanaren-Mietwagen abdecken.

Was wir empfehlen

Für den ersten La-Palma-Urlaub: CICAR direkt über deren Website buchen. Transparente Preise, keine Schockrechnungen. Wenn du Tarife vergleichen willst, check zusätzlich Drittsuchmaschinen wie Sunny Cars oder Check24; diese bündeln gerne Versicherung und Tank-Regelung in ein Paket.

Was für ein Auto brauchst du?

Kurz: ein kleines reicht. Die Straßen der Insel sind gut ausgebaut, aber eng und kurvig. Ein SUV ist nicht nötig – nur ein einziger, allseits bekannter Piste zu einem Wanderparkplatz (Los Brecitos) braucht höhere Bodenfreiheit, und dort fährst du in der Regel mit einem Taxi oder Shuttle hin.

  • Kleinwagen: völlig ausreichend für 95 % aller Strecken, günstig bei Sprit (6–7 l/100 km)
  • Kompaktklasse: bequemer für Vierpersonen-Familien, deutliche Mehrkosten spürbar
  • Cabrio: cooler Faktor, aber Fliegen, Steinchen, Wind, und die meiste Zeit fährst du Serpentinen, wo Cabrio wenig Sinn macht
  • Elektroauto: verfügbar, Ladesituation auf der Insel okay (Flughafen, Los Llanos, Santa Cruz, El Paso), aber noch kein flächendeckendes Netz

Fahren auf La Palma – was dich erwartet

  • Tempolimits: 90 km/h außerorts, 50 km/h innerorts, 110 auf wenigen Autobahnähnlichen Abschnitten. Kontrollen vor allem um Santa Cruz.
  • Kurven und Serpentinen: Fast alle Straßen haben sie. Wer motion-sickness-empfindlich ist, sollte auf der Beifahrerseite die Cola nicht zu früh öffnen.
  • Enge Ortsdurchfahrten: In einigen Dörfern (Tijarafe, Fuencaliente, Santo Domingo) sind die Hauptstraßen nur knapp breit genug für Gegenverkehr zwischen Steinmauern. Langsam fahren.
  • Sprit: Etwa 10–15 % günstiger als auf dem spanischen Festland und meist deutlich günstiger als in Deutschland.
  • Promillegrenze: 0,5 ‰, Alko-Kontrollen gibt es, aber selten außerhalb der großen Orte.
  • Tunnel: Der Túnel de la Cumbre (2,8 km, zwischen Santa Cruz und El Paso) hat eine leichte Zeitverlangsamung beim Durchfahren – Lichter ausreichend.

Parken

  • Los Llanos Zentrum: Parkhaus Plaza Chica, tagsüber gebuhrpflichtig (1,20 €/Std), nachts gratis. Einige Straßenparkplätze auch kostenfrei.
  • Santa Cruz: Am Hafen größter Parkplatz, billig.
  • Puerto Naos: Großer öffentlicher Parkplatz am Ortsrand, gratis.
  • Wandernde Startplätze: Meist umsonst, aber eng.
  • La Cumbrecita: Mit Online-Reservierung Pflicht.

Versicherung – worauf achten

Die Standard-Haftpflicht (RC) ist in Spanien Pflicht und in jedem Mietwagen enthalten. Interessant sind die Zusatzversicherungen:

  • Vollkasko ohne Selbstbeteiligung: unbedingt empfehlenswert – ein einziger Kratzer am Parkhaus kann 300–800 € kosten, wenn du nicht versichert bist
  • Reifen, Windschutzscheibe, Unterboden: oft NICHT in Vollkasko enthalten. Prüfen
  • Zusätzlicher Fahrer: meistens Aufpreis bei Internationalen, gratis bei CICAR/Patrones
  • Einweg-Gebühr: Wenn du auf einer anderen Insel abgibst (z. B. nach Teneriffa wechselst): teuer. Bleib bei der Insel-Rundfahrt auf La Palma

Mietwagen oder nicht – das Kosten-Kalkül

Für Aufenthalte ab 3 Tagen ist ein Mietwagen praktisch immer sinnvoll. Unter 3 Tagen und wenn du nur am Strand sein willst, können Taxis und Busse zusammen günstiger sein. Für Wanderer und Sternengucker ist ein Auto unverzichtbar – viele der besten Wanderwege und Sternenplätze sind ohne eigenes Fahrzeug kaum erreichbar.

FAQ Mietwagen La Palma

Brauche ich einen internationalen Führerschein?

Nein. Der deutsche Führerschein reicht. Du solltest aber den Kartenführerschein mit Foto dabei haben, nicht nur den „grauen Lappen“ aus alten Zeiten.

Wie hoch ist das Mindestalter?

Bei den meisten Anbietern 21 Jahre mit mindestens 1 Jahr Fahrpraxis. Unter 25 oft Jungfahrer­zuschlag (5–10 €/Tag). Obergrenze bei einigen Anbietern 75 Jahre (mit ärztlichem Attest auch darüber).

Kann ich mit dem Mietwagen auf die Fähre nach Teneriffa?

Vertraglich meist nicht erlaubt und technisch eine Unfallrisiko­erhöhung. Wer auf zwei Inseln will, nimmt zwei einzelne Mietwagen – einen pro Insel.

Was mache ich bei einem Schaden?

Sofort die Hotline des Anbieters anrufen, Fotos machen, und ggf. Polizei (112). Bei CICAR und ähnlichen lokalen Anbietern in der Regel unkompliziert: über die Vollkasko läuft der Schaden ohne Zuzahlung.