Acht Streckenrekorde an einem einzigen Wochenende — die 18. Transvulcania adidas hat am 9. Mai 2026 als historisch beste Edition seit Bestehen des Rennens La Palma international ins Rampenlicht katapultiert. Auf jeder der vier Wettkampfdistanzen fielen sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen die Bestzeiten — etwas, das noch nie zuvor beim wohl prestigeträchtigsten Vulkan-Ultra Europas gelungen ist. Für Reisende, die sich für La Palma als Wander-Insel interessieren, ist das mehr als eine Sport-Notiz: Es ist ein riesiger Schub für die Sichtbarkeit der Insel und ein Hinweis darauf, dass die Strecken in noch nie da gewesener Form präsentiert werden.
Die Sieger und ihre neuen Bestzeiten
Schon am Donnerstag, 7. Mai, stürzten beim Vertikal-Kilometer von El Time nach Tijarafe die ersten beiden Bestmarken: Bei den Frauen pulverisierte Joyce Muthoni Njeru aus Kenia den bisherigen Rekord in 55:02 Minuten, bei den Männern dominierte ihr Landsmann Richard Omaya Atuya in 45:01 Minuten. Beide Athleten kommen aus dem klassischen Bahn- und Crossbereich und sorgten an den Steilhängen oberhalb von Puntagorda für ein Bergauf-Schauspiel.
Am Samstag legten die übrigen sechs Disziplinen nach. Beim Halbmarathon schraubte Philemon Kiriago die Männer-Bestzeit auf 2:07:43, während Ruth Gitonga die Frauenwertung mit 2:22:50 anführte und Njeru auf den zweiten Platz verwies. Der Marathon ging an den lokalen Liebling Fran Anguita — bereits sein zweiter Transvulcania-Sieg — sowie an Ikram Rharsalla bei den Frauen.
Den dramatischsten Auftritt lieferte aber der Ultra-Trail über die volle Distanz von 73,06 Kilometern und rund 4.350 Höhenmetern, vom Leuchtturm in Fuencaliente bis hinauf zum Roque de los Muchachos und hinunter nach Tazacorte: Der US-Amerikaner David Sinclair gewann in 6:32:24 — fast 19 Minuten unter dem alten Rekord der Transvulcania-Legende Luis Alberto Hernando. Bei den Frauen siegte die Französin Blandine L’Hirondel mit 7:43:47. Bemerkenswert: Sechs Männer blieben unter der bisherigen Bestmarke.
Warum diese Edition als historisch gilt
Bei einem Bergrennen, das durchschnittlich nur sieben Stunden Schlaf zwischen Vertikal-Kilometer und Hauptlauf bietet, gleichzeitig auf vier Distanzen die Streckenrekorde zu brechen, ist mehr als ein statistischer Zufall. Mehrere Faktoren spielten zusammen:
- Bedingungen — moderate Temperaturen am Start, kühler Höhenwind am Roque, kein Calima auf der Strecke
- Spitzenfeld — die internationalen Trail-Magazine sprechen von der stärksten Startaufstellung der Renngeschichte
- Streckenpflege — Cabildo und Veranstalter haben nach den Wegschäden des Frühjahrs (Sturm Therese) gezielt nachgebessert
Die internationale Trail-Running-Presse, von iRunFar bis World Athletics, ordnet die Edition als eine der besten La-Palma-Rennen aller Zeiten ein. Für die Insel bedeutet das einen messbaren Sichtbarkeits-Sprung — Bilder vom Roque de los Muchachos und der Caldera de Taburiente liefen am Wochenende auf Trail-Kanälen weltweit.
Was bedeutet das für Reisende?
- Strecke ist begehbar — der GR-131 (Ruta del Bastón) und große Teile des PR LP 14 entsprechen dem Transvulcania-Ultra-Verlauf. Wer die Profi-Linie selbst erwandern will, plant 5-7 Tage statt 6 Stunden ein. Aktuelle Sperrungen vor der Tour prüfen über unser Wanderweg-Tool.
- Anreise um den Renntermin meiden — Mai-Wochenende ist eines der teuersten Flug- und Hotel-Fenster für La Palma. Wer Ruhe sucht, kommt zwei Wochen davor oder danach.
- Roque de los Muchachos — der Zielbereich des Vertikal-Kilometers liegt nicht oben am Observatorium, sondern an der Steilkante über Tijarafe. Für den Roque selbst empfiehlt sich der Anstieg von Garafía oder die Auffahrt mit dem Auto.
- Tazacorte als Zielort — der Ankunftsstrand der Ultra-Sieger ist auch außerhalb des Rennens einer der schönsten schwarzen Strände der Insel. Anreise via Tunnel von Los Llanos in 15 Minuten.
Tipp: Wer die Atmosphäre nach dem Rennen erleben will, kann auch in den Tagen danach noch einzelne Streckenabschnitte mit den Wegmarkierungen am Boden erkunden. Die Veranstalter räumen in der Regel binnen einer Woche zurück.
Quellen
- Mundo La Palma — Bericht zur Rekordbilanz aller acht Disziplinen
- elDiario.es Canarias Ahora — Einordnung als beste Edition der Geschichte
- La Voz de La Palma — Detail-Resultate der lokalen Berichterstattung
- iRunFar — internationale Analyse der Ultra-Distanz mit Sinclair und L’Hirondel
- World Athletics — offizieller Bericht zum Vertikal-Kilometer
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