Brand am Wanderweg Los Molinos de Bellido in Santa Cruz: schnell unter Kontrolle

Am Eingang des Wanderwegs Los Molinos de Bellido oberhalb von Santa Cruz de La Palma ist am Samstagnachmittag, 16. Mai 2026, ein kleinerer Vegetationsbrand ausgebrochen. Die Einsatzkräfte hatten die Lage innerhalb weniger Stunden im Griff, größere Schäden blieben aus. Für Reisende, die in den kommenden Tagen die Hauptstadt besuchen oder dort wandern wollen, ist die Sache damit weitgehend erledigt — ein paar Hinweise lohnen sich trotzdem.

Was am Samstag passiert ist

Um 16:34 Uhr ging beim Notruf-Koordinationszentrum CECOES 1-1-2 ein Hinweis auf einen Brand am Anfang des Senderos Los Molinos de Bellido ein. Der Pfad verläuft durch den Barranco del Agua, eine Schlucht mit Restbeständen geschützten Waldes, die direkt an die Stadtgrenze von Santa Cruz de La Palma anschließt. Genau diese Mischung aus trockener Vegetation und Hanglage machte ein schnelles Eingreifen nötig.

Im Einsatz waren die Inselfeuerwehr, die Lokal- und die Nationalpolizei. Vorsorglich rückten zusätzlich ein Hubschrauber der kanarischen Notfallrettung GES sowie ein Rettungswagen des Servicio de Urgencias Canario (SUC) an. Verletzte gab es nicht. Am Abend meldete das CECOES den Brand offiziell als „controlado“ — also unter Kontrolle.

Wo liegt der Sendero Los Molinos de Bellido?

Der Wanderweg gehört zu den klassischen, eher unbekannten Pfaden direkt vor den Toren der Inselhauptstadt. Er beginnt am nordwestlichen Stadtrand und führt in den Barranco del Agua — eine der wasserreichsten Schluchten an der Ostseite der Insel. Historisch verband der Sendero alte Wassermühlen („molinos“), die Bellido-Familie und die unteren Stadtviertel.

  • Charakter: kurzer Tagesausflug, weniger spektakulär als die GR-Routen im Caldera-Park, dafür stadtnah
  • Vegetation: Laurisilva-Reste, Lorbeer- und Heidekraut-Bewuchs, im unteren Bereich Feigen und Mandelbäume
  • Anbindung: zu Fuß ab dem Hafen von Santa Cruz in rund 25 Minuten erreichbar

Brandgefahr im Mai — der saisonale Kontext

Auch wenn die Hochsommer-Monate Juli und August auf den Kanaren als kritisch gelten, kann die Brandgefahr je nach Wetterlage schon im Frühjahr deutlich ansteigen. Eine Folge wärmerer, trockener Tage und gelegentlicher Ostwinde ist, dass sich Vegetation in den Schluchten rascher entzündet, als viele Besucher erwarten. Behörden auf La Palma wiederholen jedes Jahr im Frühling die gleichen Hinweise: kein offenes Feuer im Backland, keine Zigarettenreste, kein Grillen außerhalb genehmigter Plätze.

Was bedeutet das für Reisende?

  • Sendero aktuell offen, aber Status vor Tour prüfen. Der Brand am Wegbeginn war räumlich begrenzt, ein behördliches Wegeverbot wurde bisher nicht gemeldet. Wer ihn laufen möchte, sollte trotzdem kurz den aktuellen Status checken — Brandstellen können von der Forstverwaltung temporär abgesperrt werden. Den Live-Stand für die wichtigsten Pfade findest du in unserem Wanderweg-Tool.
  • Notruf merken. Auf den Kanaren gilt die europaweite 112. Bei Rauchsichtungen lieber einmal zu früh als zu spät alarmieren — im Frühling und Sommer zählt jede Minute.
  • Wetter mitlesen. Starker Ostwind und hohe Temperaturen erhöhen die Brandgefahr deutlich. Der aktuelle Wetter- und Calima-Stand für die Insel steht in unserem Wetter-Tool und im Calima-Tracker.
  • Verhalten in der Natur. Glas, Zigarettenreste und Gaskocher gehören nicht in trockene Schluchten. Picknicks sind erlaubt, aber bitte ohne Feuer.

Einordnung: kein zweiter Großbrand

Wer die jüngere Inselgeschichte verfolgt, denkt bei der Schlagzeile „Brand auf La Palma“ sofort an den Puntagorda-Brand 2023 oder die Vegetationsbrände im Vorfeld der Vulkaneruption 2021. Der Vorfall vom 16. Mai 2026 hat damit jedoch nichts zu tun: Es handelt sich um ein lokal eng begrenztes Ereignis am Eingang einer einzelnen Schlucht — ohne Evakuierungen, ohne überregionalen Einsatz, ohne INFOCA-Hochstufung. Tourismus und Verkehr in Santa Cruz waren zu keinem Zeitpunkt betroffen.

Quellen

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