Petroglyphen Garafía — Felsritzungen aus prähistorischer Zeit

Im äußersten Norden La Palmas, in der Gemeinde Garafía, finden sich einige der bedeutendsten Felsritzungen der Kanaren. Die Petroglyphen der Benahoaritas — der Ureinwohner La Palmas — wurden vor mehr als 500 Jahren in vulkanisches Gestein graviert. Spiralen, Mäander und konzentrische Kreise: Niemand weiß heute mit Sicherheit, was sie bedeuten.

Wer waren die Benahoaritas?

Lange bevor 1493 spanische Truppen unter Alonso Fernández de Lugo die Insel eroberten, lebten hier die Benahoaritas, sprachlich verwandt mit den nordafrikanischen Berbern. Sie teilten La Palma in zwölf Kantone — Garafía war einer davon und gilt heute als jenes Gebiet, in dem die meisten Felsritzungen erhalten geblieben sind. Die Benahoaritas hatten keine Schrift im klassischen Sinn — die Petroglyphen sind das, was uns von ihrer Symbolwelt geblieben ist.

Wo man die Petroglyphen sehen kann

  • La Zarza und La Zarcita — der wichtigste Fundort, direkt hinter Santo Domingo. Besucherzentrum mit kleinem Museum, geführter Rundweg ca. 45 Minuten. Eintritt ~1,80 €. Hier sind die berühmten Spiralen.
  • El Verde — abgelegener, kostenlos zugänglich, Treppenpfad führt direkt zu den Felsen.
  • Belmaco — südlich in Mazo, größerer archäologischer Park, alternative Anfahrt von der Ostseite.

Was die Spiralen bedeuten könnten

Die Forschung ist vorsichtig: Wasserzyklen, Sonnenwenden, astronomische Markierungen — alles Hypothesen. Was sicher ist: Die Felsen liegen häufig nahe an Quellen oder an Höhenwegen, was rituelle oder Orientierungs-Funktion plausibel macht. Im Besucherzentrum La Zarza erklärt eine Ausstellung den aktuellen Forschungsstand mit deutscher Übersetzung.

Praktische Tipps für deinen Besuch

  • Anfahrt: Von Los Llanos aus ca. 1 Std über die LP-1 nach Norden, am Faro de Punta Cumplida vorbei nach Santo Domingo. Genauer Mietwagen-Vergleich hier.
  • Kombi-Tour: Lässt sich gut mit einem Stopp am Mirador El Time verbinden — der spektakuläre Norden-Süden-Ausblick liegt am Weg.
  • Schuhwerk: Festes Schuhwerk, der Pfad zu La Zarza ist holprig.
  • Wetter: Im Norden ist es oft kühler und feuchter — aktuelles Wetter prüfen.
  • Öffnungszeiten: Besucherzentrum La Zarza Di-So 11-17 Uhr (Stand 2026).

Warum sich der Norden lohnt

Wer La Palma nur vom Süden kennt — Los Cancajos, Puerto Naos — verpasst einen ganzen Teil der Insel-Identität. Der Norden ist rauer, grüner, geheimnisvoller. Lorbeerwälder, alte Windmühlen wie in Fagundo, kleine Dörfer wie Tijarafe und Puntagorda mit Mandelblüten-Festen im Februar. Die Petroglyphen geben dieser Landschaft eine zusätzliche Tiefenschicht — sie erinnern daran, dass diese Insel schon lange vor dem Tourismus eine eigene Geschichte hatte.

Quellen & weiterführende Infos

📷 Bilder vom Norden — Garafía & Umgebung

Wer die Petroglyphen besucht, sollte den Norden gleich mit-erkunden. Drei Eindrücke aus der Region:

Alte Windmühle in Fagundo, Garafía — historisches Holzbauwerk auf Steinsockel

Die alte Windmühle von Fagundo — eines der wenigen erhaltenen Beispiele traditioneller Korn-Vermahlung im Norden. Ende 19. Jh. erbaut.

Mirador-Plattform mit Lampen und grünem Kreuz-Monument im Norden La Palmas

Der Mirador in Hoya Grande mit dem typischen kanarischen Kreuz-Monument. Aussichtsplattform mit weitem Blick auf den Atlantik.

FUENTE DEL TORO — Steinwand-Schild eines historischen Brunnens in Garafía

Fuente del Toro — historischer Brunnen, einst wichtige Wasserstelle. Solche Quellen waren oft auch rituelle Orte der Benahoaritas.