Pino de Santo Domingo – die heilige Kiefer mit Kapelle im Stamm (Fuencaliente)

Rastplatz mit Steinbank und Wegkreuz unter Kanarischen Kiefern am Pino de Santo Domingo, Riveros, Fuencaliente, La Palma

Fuencaliente · Ortsteil Riveros · Süden von La Palma

Der Pino de Santo Domingo — die heilige Kiefer mit einer Kapelle im Stamm

Am Rand der Terrassenfelder von Riveros, an einer alten Wegkreuzung im Süden La Palmas, steht eine 350 bis 400 Jahre alte Kanarische Kiefer. In eine Nische ihres Stammes ist eine Heiligenfigur eingelassen — hinter einem Eisengitter, das der Baum langsam überwächst.

Rastplatz mit Steinbank und Wegkreuz unter Kanarischen Kiefern am Pino de Santo Domingo, Riveros, Fuencaliente, La Palma
Der schattige Rastplatz am Pino de Santo Domingo: Steinbank, Trockenmauer und das Wegkreuz „Cruz del Santolario“.

Der Süden La Palmas ist bekannt für seine Vulkane — Teneguía, San Antonio, die Salinen am Leuchtturm von Fuencaliente. Etwas oberhalb, im Ortsteil Riveros, wartet ein stilleres Wahrzeichen: der Pino de Santo Domingo. Von Weitem ist es eine mächtige Kanarische Kiefer an einer Wegkreuzung. Erst näher entdeckt man das vergitterte Fenster im Stamm — und dahinter eine Heiligenfigur.

Ein Baum an der Kreuzung der Königswege

Die Kiefer steht rund drei Kilometer vom Ortskern Los Canarios entfernt, im Landschaftsschutzgebiet Tamanca, am Schnittpunkt alter caminos reales — der Königswege, die einst die beiden Flanken der Insel verbanden; heute verläuft hier auch der Fernwanderweg GR-130. Rundum liegen keine dichten Wälder, sondern kultivierte Terrassenfelder und Weinberge mit Trockenmauern, typisch für die Medianías. Die Brände des Sommers 2009 hat der Baum überstanden.

Kanarische Kiefer mit vergitterter Nische im Stamm, dahinter Terrassenfelder, Pino de Santo Domingo, Fuencaliente
Die vergitterte Nische im Stamm, dahinter die Terrassenfelder von Riveros.
Figur des Santo Domingo de Guzmán mit Hund und Buch hinter Eisengitter, umgeben von getrockneten Ähren, Pino de Santo Domingo
Santo Domingo de Guzmán mit Buch und Hund, umgeben von getrockneten Ähren und Blumen.

Die Kapelle im Stamm

In der Nische steht eine Figur des Santo Domingo de Guzmán, des Gründers des Dominikanerordens — mit einem Buch in der Hand und einem kleinen Hund zu Füßen, dem klassischen Sinnbild des Ordens (den „Domini canes“, den Hunden des Herrn). Das schmiedeeiserne Gitter davor wird vom Wachstum des Baumes nach und nach „verschluckt“ und lässt sich längst nicht mehr öffnen. Getrocknete Getreideähren und Blumen sind Opfergaben der Besucher. Die Figur wurde vom Priester Antonio Hernández Hernández gestiftet und von Pfarrer Moisés Acevedo gesegnet; das benachbarte Wegkreuz, die Cruz del Santolario, stellte 1950 Vicente Hernández Rodríguez auf.

Den kleinen Rastplatz für rund 70 Personen — mit Tischen, Bänken, Toiletten, Wasserstellen und Grillplätzen — weihten die Inselverwaltung (Cabildo de La Palma) und die Gemeinde am 25. Juli 2011 ein.

Für 10 Peseten vor der Axt gerettet

Dass die Kiefer noch steht, verdankt sie einer überlieferten Geschichte: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts soll ein gewisser Domingo Díaz zehn Peseten bezahlt haben, damit der Baum nicht gefällt wurde. Eine zweite Version erzählt, dass bereits Ende des 19. Jahrhunderts aus Kuba heimgekehrte Auswanderer die Fällung zu Bauholz für die Kirche verhinderten. Beide Erzählungen sind mündliche Tradition — belegt ist keine.

Woher der Name?
Die aufgestellte Figur ist eindeutig Santo Domingo de Guzmán (Hund und Buch). Die Gemeinde-Tourismusseite leitet den Namen des Baumes dagegen von Santo Domingo de la Calzada ab und erzählt von einem Priester aus San Miguel de Tazacorte, der auf dem Weg zur Messe Wasser auf dem Pferd mitgebracht habe, um die junge Kiefer zu gießen. Auch das ist eine Legende — die Quellen widersprechen sich.

Steckbrief

Art
Kanarische Kiefer (Pinus canariensis)
Alter
geschätzt 350–400 Jahre
Höhe
21–25 m (je nach Quelle)
Stammumfang
4,6–5,2 m (je nach Quelle)
Höhenlage
785–800 m ü. M.
Lage
Fuencaliente, Ortsteil Riveros · Schutzgebiet Tamanca
Rastplatz
eingeweiht 25. Juli 2011
Schrein
Santo Domingo de Guzmán, Nische mit Eisengitter

Besuch & Anfahrt

Der Pino de Santo Domingo liegt im Ortsteil Riveros oberhalb von Los Canarios, an einer alten Wegkreuzung durch die Medianías des Inselsüdens — ein schöner, schattiger Zwischenstopp auf einer Rundfahrt durch die Vulkanlandschaft von Fuencaliente. Der Baum ist für die Menschen vor Ort ein Ort stiller Verehrung; die Opfergaben am Gitter erzählen davon.

Noch eine heilige Kiefer in Fuencaliente: Nur wenige Kilometer entfernt, an der Waldpiste Richtung Fuente de los Roques, steht der Pino de la Virgen — eine zweite Kiefer mit einem Marienschrein im Stamm und Blick über das Wolkenmeer bis Teneriffa. → zur Seite

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Quellen & Hinweis: Angaben nach Turismo Fuencaliente de La Palma, dem Kanaren-Magazin Pellagofio, dem Cronista Oficial (fuencalientemipueblo) und puentedemando.com. Höhe, Stammumfang und Baumhöhe werden je nach Quelle leicht unterschiedlich angegeben (Umfang 4,6–5,2 m, Höhe 21–25 m, Lage 785–800 m); die Geschichten um Rettung und Namen sind mündlich überliefert.
turismofuencalientedelapalma.com · pellagofio.es