La Palma produziert seit über 500 Jahren Wein – und das auf Böden, die einmalig sind: Lava, vulkanische Asche, mineralreiche Gesteinskörnung. Das Ergebnis ist eine kleine, aber beeindruckende Weinregion mit eigener Herkunftsbezeichnung (D.O. La Palma), spezialisierten Rebsorten und Bodegas, die bis heute Familienbetriebe sind.
Rebsorten
Malvasía Volcánica
Die berühmteste kanarische Weißweintraube. Weißgelbe Farbe, halbtrockener bis süßer Wein, mit Aromen von Aprikose, Pfirsich, Honig und Mineralik aus dem Lavaboden. Seit dem 16. Jahrhundert als „Canary Wine“ exportiert und in Shakespeare-Stücken erwähnt.
Listan Blanco
Die am meisten angebaute Weißweintraube. Trocken, zitrus-mineralisch, niedrig im Alkohol, perfekt zum lokalen Fisch.
Negramoll
Leichte Rotweintraube – fruchtig, eher niedrig tannin, vergleichbar mit Pinot Noir. Die Top-Rotweine der Insel basieren hierauf.
Príeto Picudo und andere
Mehrere autochthone Sorten, die nur auf den Kanaren wachsen. Insgesamt kennt D.O. La Palma über 15 Traubenvarianten.
Die Weinregionen der Insel
- Fuencaliente (Süden): Vulkanasche-Böden, heiße, sonnige Hanglagen, beste Malvasías. Siehe auch unser Artikel zu Fuencaliente.
- Mazo & Breña Alta (Osten): kühler, Listan Blanco, mäßiger Alkohol
- Tijarafe & Puntagorda (Nordwesten): höher gelegen, mineralisch, traditionelle Bodegas
- Valle de Aridane: größtenteils Bananen statt Reben, aber einzelne Wein-Parzellen oberhalb El Paso
Bodegas, die man besuchen kann
- Bodegas Teneguia (Fuencaliente) – die größte Bodega, moderner Besucherbereich, Führungen ab 8 €
- Bodegas Carballo (Fuencaliente) – kleiner Familienbetrieb, Schwerpunkt Malvasía
- Bodegas Llanovid (Fuencaliente) – Cooperative, breite Sortimentsauswahl
- Bodega Vega Norte (Puntagorda) – trockene Bio-Weine, sehr eigenständig
Preise und Einkauf
Gute palmerische Weine kosten 8–15 €/Flasche bei der Bodega selbst, 10–22 € im Restaurant. Premium-Malvasías bis 40 €. Im deutschen Handel praktisch unauffindbar – daher ideal als Mitbringsel.
