Im Nationalpark Caldera de Taburiente lauscht ab sofort die Technik mit: Zwölf Audio-Sensoren nehmen ein Jahr lang rund um die Uhr die Klanglandschaft des Schutzgebiets auf. Für Wanderinnen und Wanderer ist das mehr als eine Forschungsnotiz, denn die Stille der Caldera gehört zu den eindrücklichsten Naturerlebnissen der Insel. Das Projekt dokumentiert genau jene Geräuschkulisse aus Wasser, Wind und Vogelstimmen, die viele Besucher in den Barranco de las Angustias und hinauf zum Roque de los Muchachos zieht. Wer bewusst hinhört, versteht die Caldera danach ein Stück besser.
Was im Nationalpark passiert
Die Parkverwaltung hat im Frühsommer 2026 ein Dutzend kleiner Aufnahmegeräte über das gesamte Schutzgebiet verteilt. Sie gehören zum Forschungsprojekt TECHSCAPE, das vom spanischen Nationalpark-Dachverband Organismo Autónomo Parques Nacionales finanziert wird. Anders als bei einer reinen Vogelzählung geht es nicht um eine einzelne Art, sondern um den akustischen Fingerabdruck ganzer Lebensräume — vom feuchten Lorbeerwald-Rand bis zu den kargen Höhenlagen rund um die Cumbre.
- Zwölf autonome Rekorder vom Typ AudioMoth zeichnen passiv und ohne ständige Betreuung auf.
- 24 Stunden täglich, ein ganzes Jahr lang — so werden Tages- und Jahreszeiten gleichermaßen erfasst.
- Messgrößen sind unter anderem das Maß an akustischer Aktivität, die Lautstärke und die Frage, ob hohe oder tiefe Frequenzen überwiegen.
- Ergebnis soll eine Referenz-Bibliothek sein, die festhält, wie die einzelnen Lebensräume des Parks über das Jahr klingen.
Warum die Stille der Caldera zählt
Die Caldera de Taburiente ist mit ihrem über acht Kilometer weiten Felsenkessel das wandertouristische Herzstück von La Palma. Gerade die Ruhe abseits der Straßen macht den Reiz aus: das Rauschen der Quellen am Río Taburiente, der Wind in den Kanarischen Kiefern, vereinzelte Rufe von Vögeln wie dem Buchfink. Solche „naturbelassenen“ Klangräume werden weltweit seltener, weil Verkehrs- und Fluglärm zunehmen. Eine Langzeitaufnahme schafft eine Vergleichsbasis: Verändert sich die Geräuschkulisse über die Jahre, lässt sich das künftig belegen statt nur vermuten. Für ein Schutzgebiet, das auch mit seiner Dunkelheit und Stille für den Stern- und Naturtourismus wirbt, ist das ein wertvolles Pfund.
Was bedeutet das für Reisende?
- Die Wege bleiben offen — die Sensoren sind unauffällige kleine Boxen und schränken den Zugang nicht ein. Vor der Tour lohnt trotzdem ein Blick auf den aktuellen Wanderweg-Status, da im Nationalpark je nach Wetterlage einzelne Routen gesperrt sein können.
- Bewusst hinhören — plane an einem ruhigen Aussichtspunkt ein paar Minuten Stille ein. Früh am Morgen ist die Geräuschkulisse am dichtesten und der Besucherandrang am geringsten.
- Geräte in Ruhe lassen — wer einen der kleinen Rekorder entdeckt, sollte ihn nicht berühren oder verstellen; er gehört zur laufenden Forschung.
- Den richtigen Tag wählen — bei klarer Luft sind Fernsicht und Naturerlebnis am stärksten. Unser Heute-am-besten-Tool und der Wetter-Überblick helfen bei der Planung, der Calima-Status zeigt, ob Saharastaub die Sicht trübt.
Quellen
- Mundo La Palma — Meldung zur Installation der zwölf Audio-Sensoren im Nationalpark.
- eldiario.es — Canarias Ahora / La Palma Ahora — Hintergrund zu Projekt, Geräten und Messgrößen.
- MITECO — Sonidos de la Caldera — offizielle Klang-Seite des Nationalparks.
- Parques Nacionales (CNIG) — offizielle Basisinformationen zum Park.
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