Naturschwimmbecken – auf Spanisch „Piscinas Naturales“ – sind eine kanarische Spezialität. Wo der Atlantik zu rau zum Baden ist, haben Mensch und Natur Becken in die Lavafelsen geschaffen, die sich bei jeder Welle frisch füllen. Auf La Palma gibt es sechs herausragende davon, jede mit eigenem Charakter. Hier eine geordnete Übersicht.
1. Charco Azul (San Andrés y Sauces)
Die berühmteste Anlage der Insel im Norden, mit drei verbundenen Becken in unterschiedlichen Tiefen. Eine flache Familienbucht, ein mitteltiefer Pool zum Bahnenschwimmen, und ein tiefes Becken für Springer. Solarium auf den umliegenden Felsen, Bar-Restaurant oben, Duschen, Toiletten, Parkplatz. Blaue Flagge. Ganzjährig kostenlos zugänglich. Detail: Charco Azul Artikel.
2. Piscinas de La Fajana (Barlovento)
Die spektakulärste Anlage der Insel: Drei Becken in den Lavaklippen von Barlovento, durch Stege verbunden. Direkt am offenen Atlantik, das Brandungsrauschen ist allgegenwärtig, gelegentlich schwappen Wellen über die Beckenwand. Solariumtreppen ins Wasser, Bar-Restaurant, Duschen. Spätnachmittag das beste Licht.
3. Charco Verde
Klein und naturbelassen, halbkreisförmige Bucht zwischen Puerto Naos und Tazacorte. Mischung aus feinem schwarzem Sand und gröberen Kieseln, das Wasser hat einen grünlichen Schimmer. Beliebt bei Einheimischen, weniger touristisch. Kleiner Kiosk mit Tapas-Terrasse. Detail: Charco Verde Artikel.
4. Puerto Espíndola (San Andrés)
Kleiner Fischerhafen mit natürlichem Hafenbecken zum Baden. Kein Strand, sondern Treppenstufen ins Meer. Alte Fischerboote drumherum, ruhiges Wasser. Die einfachste Variante eines Naturpools. Direkter Nachbar von Charco Azul und La Fajana.
5. Charco de la Laja
Versteckter Geheimtipp im Norden, etwas oberhalb von Bajamar. Klein, frei zugänglich, keine Infrastruktur. Treffpunkt der Insider. Bei kleinem Wellengang ein Gedicht, bei Sturm sperrgefährlich.
6. Piáina (Puntallana)
Naturbecken bei Puntallana, Östküste. Wenig besucht, dafür mit echtem Robinson-Crusoe-Feeling. Felsige Umgebung, kein Sand, der Aufstieg dauert eine Stunde aber lohnt sich.
Praktische Tipps
- Wassertemperatur: wie der offene Atlantik (19-24 °C), die Becken bleiben durch ständigen Frischwasser-Austausch nicht wärmer
- Beste Zeit: spätnachmittag (warmer Stein als Liegeplatz nach dem Schwimmen)
- Wellengang: bei Rot/Orangefarbiger Flagge nicht baden – Wellen können ins Becken überschwappen
- Schuhe: Badeschuhe oder Aquasocken sind sinnvoll (vulkanische Felsen sind scharf)
- Sonnenschutz: Schatten ist auf den meisten Anlagen rar – Schirm oder Hut mitnehmen
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