Wetter auf La Palma West: Passat, Mar de Nubes und beste Reisezeit

Los Llanos de Aridane
Valle de Aridane · 180 m
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Atlantik Westküste
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La Palma hat nicht ein Wetter – es hat zwei. Während die Nordostseite der Insel grün, feucht und oft wolkenverhangen ist, liegt die Westseite mit dem Valle de Aridane im Regenschatten. Verantwortlich für dieses Klimakunststwerk ist ein Trio: der Nordost-Passat, die Temperaturinversion und das Phänomen Mar de Nubes. Dieser Guide erklärt, wie das zusammenhängt – und warum der Westen der Insel fast immer die richtige Wahl ist.

Zwei Inseln in einer: Nord vs. West

Die Cumbre Nueva und die Caldera de Taburiente bilden eine Bergkette, die wie eine Wetterscheide mitten durch La Palma läuft. Der Passatwind aus Nordost trifft als Erstes auf den Norden der Insel – Barlovento, San Andrés y Sauces, Los Tilos. Dort steigt die Luft, kühlt ab, Wolken entstehen, es regnet. Diese Seite ist so feucht, dass dort ein Lorbeerwald wächst, wie er in Europa nur noch auf wenigen Inseln existiert.

Auf der anderen Seite der Bergkette passiert das Gegenteil: Die Luft sinkt ab, erwärmt sich wieder (Föhneffekt), die Wolken lösen sich auf. Los Llanos sieht täglich die Sonne, während 15 km weiter Tijarafe oder San Andrés unter Nebel liegen. Das ist der Regenschatten, der das Aridane-Tal zum Agrar-Gold Spaniens macht.

Der Passat: Die Klima-Maschine der Kanaren

Der Nordost-Passat (spanisch: alisios) ist ein kontinuierlicher Wind, der Wasser aus dem Atlantik aufnimmt und gegen die Kanaren drückt. Er entsteht durch das Druckgefälle zwischen dem Azorenhoch und dem Äquator-Tief. Auf La Palma weht er in etwa 80 % aller Tage – konstant, ohne Extreme. Genau diese Konstanz macht das Inselklima so verlässlich: Die Temperaturen zwischen dem kältesten Monat (Februar) und wärmsten (August) unterscheiden sich im Westen oft nur um 7 °C. In Hamburg sind es 18 °C.

Mar de Nubes: Das Wolkenmeer

Das Mar de Nubes – „Wolkenmeer“ – ist eine flache Stratocumulus-Wolkendecke, die über dem Ozean auf 800–1.600 m Höhe schwebt. Sie entsteht durch die Passatinversion: Unter den Wolken kühle, feuchte Atlantikluft; darüber warme, trockene Absinkluft aus der Subtropen-Zirkulation. Dazwischen eine Temperaturbarriere, an der die Wolken wie an einem Deckel hängen bleiben.

Vom Tal aus sieht man das Wolkenmeer nur bei bestimmten Wetterlagen: Wenn der Passat kräftig weht und die Inversion tief liegt, schiebt es sich über die Bergkante und rollt wie ein Fluss in das Aridane-Tal hinein. Von oben (z. B. vom Roque de los Muchachos auf 2.426 m) schaust du dagegen auf ein weites, wogendes Wolkenplateau, aus dem nur die Gipfel der Nachbarinseln Teneriffa und El Hierro ragen.

Für unsere Livecam ist das Mar de Nubes eins der visuell stärksten Motive. Timelapse-Aufnahmen davon gehören zu den viralsten Formaten, die wir planen.

Calima: Wenn die Sahara zu Besuch kommt

Einige Male im Jahr – meist im Juli/August und gelegentlich im Winter – dreht der Wind auf Südost und bringt heiße, staubige Luft aus der Sahara. Dieses Phänomen heißt Calima. Die Sicht wird milchig, die Sonne steht orange am Himmel, Autos und Solarpanels bekommen einen Feinstaubfilm. Temperaturen können binnen Stunden von 23 auf 36 °C klettern. Wer asthmatisch ist, merkt es sofort.

Für Fotografen ist Calima bei Sonnenauf- und untergang ein Geschenk: Das Licht wird weich, gelb und dramatisch. Für Wanderer und Sternengucker ist es grässlich. Die starke Calima von Februar 2020 gilt als extremstes Wetterereignis der letzten Jahrzehnte.

Jahreszeiten im Westen La Palmas

  • Winter (Dez–Feb): 16–22 °C, Wassertemperatur 20 °C, vereinzelte Regentage. Schnee am Roque de los Muchachos. Mandelblüte ab Ende Januar.
  • Frühling (Mär–Mai): 18–25 °C, kaum Regen. Die Insel blüht überall – Kanarische Glockenblumen, Natterkopf, Hibiskus. Beste Wander-Saison.
  • Sommer (Jun–Sep): 24–30 °C, wenig Regen, Passat etwas schwächer. Ideal für Strand, Sternbeobachtung, Badeurlaub.
  • Herbst (Okt–Nov): 20–27 °C, erste Regentage, Wasser noch warm (22 °C). Ruhigste Reisezeit, wenige Touristen.

Beste Reisezeit – nach Ziel

  • Wandern: Oktober bis April. Kühl genug für die langen Caldera-Touren, trocken genug für stabile Wege.
  • Strand & Surfen: Mai bis Oktober. Wasser 21–23 °C, wenig Wind im Lee der Bergkette (Tazacorte, Puerto Naos).
  • Sternbeobachtung: April bis September (Milchstraßen-Kern sichtbar). Am Roque auch im Winter klasse, aber oft kalt und mit Nebelrisiko an den Straßen.
  • Mandelblüte: Ende Januar bis Mitte Februar, vor allem um El Paso und Puñtagorda.

Das Wetter auf der Webcam live

Zusätzlich zum Bildsignal wollen wir ein kleines Overlay-Widget über den Stream legen: aktuelle Temperatur, Windrichtung, Windgeschwindigkeit, UV-Index. Datenquelle soll eine kleine Wetterstation vor Ort sein (Ecowett-kompatibel), zusätzlich AEMET und Open-Meteo als Fallback. So siehst du auf einen Blick, ob gerade Calima zieht, ob der Passat böig wird, oder ob du am Abend mit einem spektakulären Sonnenuntergang rechnen darfst.

FAQ Wetter La Palma West

Wann ist die beste Reisezeit für La Palma?

Für Wanderer und Sonnenanbeter: März bis Mai und Oktober. Für Badeurlaub: Juni bis September. Für Sternbeobachtung: Juli bis September im Aridane-Tal.

Ist es auf La Palma immer sonnig?

Im Westen fast. Im Norden und Osten dagegen oft bewölkt durch den Passat. Daher Empfehlung: Unterkunft im Aridane-Tal oder in Puñtagorda buchen, von dort Ausflüge in den feuchten Norden machen.

Was ist das Mar de Nubes?

Eine flache Wolkendecke, die durch die Passat-Inversion entsteht. Von den Gipfeln aus sieht man darauf, von unten hebt sie den Talboden in eine sanfte, gleichmäßige Beleuchtung. Unser Stream zeigt sie regelmäßig, vor allem morgens.

Wie oft kommt Calima vor?

Rund 20–30 Tage pro Jahr, meist im Sommer. Wer Allergien oder Atemwegsprobleme hat, sollte sich im Reisezeitraum über die Vorhersage informieren (AEMET Kanaren).